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Am 15. August 1917 ist Oscar Romero in Ciudad Barrios (El Salvador) geboren, einer der neuen Apostel im Altarraum der Apostelkirche. - Rechtes Chorfenster, oben.

Oscar Romero studierte Theologie am jesuitischen Priesterseminar in San Salvador und an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Am 4. April 1942 empfing er die Priesterweihe. Die Bischofsweihe folgte 1970. Romero leitete in Salvador eine konservative Zeitung.

Als Wunschkandidat der Konservativen und Oligarchen, jedoch ohne Unterstützung des Klerus, folgte Anfang 1977 die Ernennung zum Erzbischof. Anfänglich wirkte Romero eher zurückhaltend und abgewogen. Außerdem galt er als konservativ. Das änderte sich durch Erlebnisse in seinem Umfeld und durch die negativen Auswirkungen staatlichen Handelns auf das Volk. Sicherheitskräfte und das Militär schossen auf Demonstranten, die gegen die gefälschte Wahl auf die Straße gegangen waren. Und auch gegen den Klerus gab es Repressalien: Als ein Schlüsselerlebnis beschreibt Romero die Erschießung seines Freundes, des Jesuitenpaters Rutilio Grande. Soldaten durchsuchten alle Wohnungen aus dessen Pfarrei, verhafteten jeden, der eine Bibel besaß. Viele Menschen wurden verschleppt, die Priester ausgewiesen. Offiziell wurden bei diesen gewalttätigen Aktionen sieben Tote gezählt.

Für Oscar Romero war das ein vollkommener Wendepunkt. Er öffnete sein Bischoffspalais für streikende Arbeiter, Bauern, Professoren und politisch Verfolgte. Er baute eine katholische Radiostation aus, veröffentlichte regelmäßig Beiträge im Rundfunk und in Zeitungen. Mittlerweile zählte er zu den Befreiungstheologen. Seine Hirtenbriefe befassten sich mit Themen wie „Die Kirche lebt nicht für sich selbst.“, „Wozu ist die Kirche da?“ und “Es gibt keine Einheit in der Kirche, wenn wir die Realität, in der wir leben, ignorieren.“

In El Salvador gab es zu der Zeit Kräfte, die solche Töne gar nicht mochten. Oscar Romero wurde am 24. März 1980 während einer Predigt vor dem Altar von einem Scharfschützen erschossen. Der Schütze war ein in einer von den USA betriebenen Militärdiktatur ausgebildeter Major, stellvertretender Geheimdienstchef und Drahtzieher der Todesschwadronen in El Salvador.

Die katholische Kirche, die lange Zeit Probleme mit ihrem engagierten Bruder hatte, hat Romero am Mai 2015 seliggesprochen. Die Heiligsprechung ist geplant.