Nachrichten und Berichte

 

Kalenderblatt

Am 29. März 1893 ist Anna Paulsen in Hoirup/Nordschleswig geboren, eine der neuen Apostel im Altarraum der Apostelkirche. - Rechtes Chorfenster, Zweite von oben.

Die evangelische Theologin Anna Paulsen gilt als Vorreiterin von Frauen, die in das damals noch ausschließlich Männern vorbehaltene Pfarramt strebten. Ebenso gilt sie als Wegbereiterin für Frauen, die wissenschaftliche Forschung betreiben möchten. So gehört sie zu den ersten promovierten Theologinnen Deutschlands, die 1924 den Doktortitel erhielt.

Anna Paulsen wächst als älteste von vier Töchtern in einer Pastorenfamilie auf. Schon als Jugendliche diskutiert sie mit ihrem Vater theologische und weltanschauliche Fragen. Besonderes Interesse gilt dem protestantischen Theologen und Philosophen Sören Kierkegaard.

Zunächst absolviert sie eine Lehrerinnenausbildung, anschließend studiert sie Theologie. 1916 beginnt Anna Paulsen in Kiel mit dem Studium der Fächer Deutsch, Geschichte und Religion für das höhere Lehramt, schließt aber das Vollstudium der evangelischen Theologie mit der Promotion ab. Um die Promotion zu finanzieren, bildet Anna Paulsen in einjährigen Kursen Katechetinnen für den kirchlichen Dienst aus, eine Vorform der späteren Gemeindehelferinnen.

Anna Paulsen spricht sich für ein öffentliches Auftreten und Handeln von Frauen aus. 1935 erscheint unter dem Titel „Mutter und Magd – Das biblische Wort über die Frau“ ihr erstes Buch zu diesem Themenkomplex.

Während der Zeit des Nationalsozialismus übt sie Kritik an der Mutterideologie der Nazis. Sie schließt sich der „Bekennenden Kirche“ in der Gemeinde von Martin Niemöller an, streitet für die Ordination von Theologinnen und setzt sich für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Vikarinnen ein.

1951 wird ihr die Leitung des Frauenreferats der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) übertragen. Es geht um die Entwicklung von Richtlinien für Ämter der Frau in der Kirche im Allgemeinen und um den Dienst der Theologin im Besonderen. In dieser Zeit veröffentlicht sie auch Bücher zum Thema „Der Dienst der Frau in den Ämtern der Kirche“.

1958 geht Anna Paulsen in den Ruhestand. 1981 stirbt sie mit 87 Jahren in einem Pflegeheim in Heide/Schleswig.