Impuls für den 14. August 2020

 

Impuls für den 14. August 2020

Kirche, wo bist Du?

„Gerade jetzt muss doch Kirche da sein! Gerade jetzt muss sich Kirche doch zeigen!“

Ich höre das. Ich lese das. Mir erzählen Kolleg*innen, dass sie so angesprochen werden.

Ja! Denke ich und sage ich. Und Ja: Finde ich auch. Und Ja: Ist auch mein Verständnis von Kirche.

Und dann werde ich stumm.

Und dann suche ich.

Und dann taste ich nach Gedanken. Nach Worten. Nach Konzepten.

Und dann fühle ich:

Ich weiß doch auch nicht, wie das ersehnte und gewünschte und erbetene und eingeforderte „Dasein von Kirche“ jetzt am besten und verantwortlich und wirksam und gut geht!

Ich weiß doch auch nicht, wie Pandemie geht!

Ich fühle das doch auch alles das erste Mal. Ich habe doch auch kein fertiges Konzept.

Obwohl Kirche Pandemie- oder wenigstens Epidemie-Zeiten kennt. Und ich denke an das, was ich weiß über Pest-Zeiten.

Aber jetzt sind wir doch postmodern und alles ist anders. Und da ist es eben das erste Mal.

Und dann werde ich wieder stumm.

Und dann höre ich.

Und dann frage ich.

Und dann wünsche ich mir eine gemeinsame Suchbewegung. Wünsche mir einen Prozess, der uns verbindet in der Frage: „Wie können wir als Kirche in dieser Zeit da sein?“

Und ich höre. Ich höre gern zu.

Und ich taste, gedanklich. Und ich erlebe, wie andere in Gedanken tasten.

Und dann ist es unsere gemeinsame Frage: „Kirche, wo bist du?“ „Kirche, wie bist du?“ „Kirche, wie kannst du noch und anders und neu sein?“