Impuls für den 31. Juli 2020

 

Impuls für den 31. Juli 2020

„Die Natur ist kein Objekt, das beherrscht und ausgebeutet werden darf. Sie ist wie ein Leib, der nicht vom Geist getrennt werden kann. Leib und Geist stützen und stärken einander, sie sind eine Einheit. Der Geist ist nicht ehrwürdiger als der Leib, und es ist der Leib, mit dessen Hilfe er das Ziel der Befreiung zu erreichen vermag, indem er die Schöpfung als Ganzes entdeckt und versteht, in ihr wirkt und arbeitet. So verhält es sich auch mit „Gedanke“ und „Leib“ und mit „Wort“ und „Tat“, auch sie müssen zu einer Einheit zusammenwachsen. Die Natur und alle Wesen sind ein untrennbarer Teil unseres Selbst. Und das Ich ist nicht losgelöst von dem, was es umgibt und was es als Objekt missdeutet, das es zu unterwerfen gilt.“

Im Jahr 2011 hat die indonesische Künstlerin und Schriftstellerin Arahmaiani diese grundlegenden Überlegungen veröffentlicht. Im Jahr 2020 ist angesichts der Klimakrise die Dringlichkeit und Brisanz dieser Überlegungen noch offensichtlicher. Die zerstörerischen Folgen menschlichen Einwirkens auf die Natur sind nicht zu übersehen. Eine Umkehr und Veränderung im Denken und Handeln sind nötig. Wir Menschen stehen nicht über der Natur, sondern wir sind Teil der Natur, sind mit allen Lebewesen elementar verbunden. Der Gedanke der „Mitgeschöpflichkeit“ drückt diese Erkenntnis aus, dass die Bewahrung des Lebens allen Lebewesen gilt. Es ist an uns, diese Erkenntnis in konkretes Handeln umzusetzen – nicht erst morgen, sondern heute!

Pastor Helmut Kirst