Impuls für den 25. Juli 2020

 

Impuls für den 25. Juli 2020

Unter dem Corona-Lockdown hat auch das kulturelle Leben massive Einschränkungen erfahren. Kinos, Theater, Museen und Konzertsäle wurden geschlossen. Der Intendant des Deutschen Theaters in Berlin, Ulrich Khuon, äußerte im März, dass von ihrem Selbstverständnis her eigentlich die Theater für eine Unterbrechung des Alltagslebens sorgen, damit den Menschen eine Nachdenklichkeit über ihr Leben und das gesellschaftliche Zusammenleben ermöglicht wird. Und nun gehörten auch die kulturellen Einrichtungen zu denen, die in ihrer Aktivität und Wirksamkeit unterbrochen wurden – wie wir alle.

Vor allem für freiberufliche Künstlerinnen und Künstler war dies eine schwierige Situation, denn Auftritte und damit verbundene Einnahmen brachen plötzlich weg. Und mit viel Kreativität wurden im Lauf der Wochen Online-Formate entwickelt, die künstlerische Gestaltung auch in Corona-Zeiten ermöglichten. Mittlerweile haben die Museen wieder geöffnet, Auto-Kinos wurden geschaffen und Theateraufführungen und musikalische Veranstaltungen im Freien gestaltet.

Vielen ist in den zurückliegenden Corona-Wochen bewusst geworden, wie wichtig freie und vielfältige kulturelle Gestaltungsmöglichkeiten für uns und unser Zusammenleben sind. Wie wichtig es ist, dass wir Menschen nicht nur unter ökonomischen Gesichtspunkten beurteilt und eingeschätzt werden. Leben ist mehr als Konsum und Verzweckung für ökonomische oder ideologische Interessen. Daran erinnern uns kulturelle Lebensäußerungen in all ihrer Vielfältigkeit.

Darum ist das für mich eine ermutigende Botschaft, die jemand in Corona-Zeiten an eine Betonwand geklebt hat:  „culture - is not dead“ – „Die Kultur ist nicht tot.“

Pastor Helmut Kirst