Impuls für den 18. Juli 2020

 

Impuls für den 18. Juli 2020

“A house divided against itself cannot stand.”

Abraham Lincoln, 16. Juni 1858

Als evangelisch-lutherischer Christ ist man oft in einer schwierigen Position zu anderen christlichen Kirchen. Als Luther die Reformation begann, wollte er ja die katholische Kirche reformieren, dessen Teil er war. Erst durch die Exkommunikation bildete sich um Luther ein Netzwerk von Unterstützern.

Hätte es den Reformator Calvin nicht gegeben, würde es uns Lutheraner ebenfalls nicht geben. Luther lehnte, genauso ab wie die Katholiken, die Lehren Calvins ab, und die Katholika konzentrierte sich darauf, deren Gläubige aus Europa zu vertreiben. Sie gründeten in der neuen Welt viele Kirchen.

Neben Calvin und Luther gab es den Schweizer Reformator Zwingli und die anglikanische Kirche. Welches Verhältnis nehmen wir Lutheraner heute zu unseren christlichen Brüdern und Schwestern in aller Welt ein? Durch die Augsburger Bekenntnisse von 1530 sind wir im Glauben nicht anders als Katholiken, der Augsburger Frieden von 1555 bestärkte diese Sichtweise der Reformatoren.

Dennoch kam es zum Glaubenskrieg auf deutschem Boden, eigentlich ja ein Stellvertreterkrieg zwischen Frankreich und Schweden, von 1618-1648. Der anschließend verhandelte „westfälische Frieden“ gilt bis heute als die „Mutter aller Friedensverträge“ (Kissinger). Wenn wir uns die vielen Konflikte in der Welt anschauen, sollten wir erinnern, wie wir unseren erfolgreich gelöst haben.

Dennis Gehrmann