Impuls für den 16. Juli 2020

 

Impuls für den 16. Juli 2020

„schaut hin“ ist das Leitwort des 3. Ökumenischen Kirchentags, der-  teils real, teils sicher virtuell - im Mai 2021 in Frankfurt am Main stattfinden wird. Im Markusevangelium steht die Geschichte von der Speisung der Fünftausend. Es wird Abend, Zeit etwas zu essen. Jesu Jünger*innen schlagen vor, alle Menschen, die um sie herum sind, fortzuschicken, damit sie sich etwas zu essen kaufen können. Aber Jesus hat eine andere Idee – oder genauer: eine andere Wahrnehmung. Er fragt: „Wie viele Brote habt ihr? Geht hin und seht nach!“ Das Unerwartete stellt sich heraus: Es ist genug für alle da. Die Brote und Fische mussten aber erst „gesehen“ werden, und sie wurden erst gesehen, nachdem Jesus die Jünger*innen aufgefordert hat, dorthin zu gehen, wo das Essen lag.

Ein aktuelles Beispiel für dieses Hinsehen ist für mich die bundesweite Studie „Corona und Psyche“, die vor wenigen Tagen vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf herausgegeben worden ist. Kinder und Jugendliche und deren Eltern wurden gefragt, welche belastenden Auswirkungen die Pandemie und damit zusammenhängende Einschränkungen haben.

71 % der Kinder und Jugendlichen fühlen sich dadurch belastet, das Risiko für psychische Auffälligkeiten stieg von rund 18 % vor Corona auf 31 %. Ich hoffe, dass bei allen Diskussionen über Maskenpflicht und passende Urlaubsorte die Kinder und Jugendlichen nicht vergessen werden, die – wie diese und andere Ergebnisse der Studie zeigen - in ihrer Entwicklung durch Corona einen Knick erleiden.

Claudia Brand