Impuls für den 6. Juli 2020

 

Impuls für den 6. Juli 2020

„Mensch und Tier“ heißt diese Skulptur, die auf dem Foto zu sehen ist. Sie steht im Hamburger Botanischen Garten. Wie ein guter Hirte, wie eine gute Hirtin hat der Mensch seine Arme schützend um das Tier gelegt. Ein anrührendes Bild, aber leider sieht die Realität in unserem Land anders aus. Tierrechte und Tierschutz werden aus ökonomischen Gründen weithin ausgehebelt. Und staatliche Organe ermöglichen dies häufig durch ihre Entscheidungen. Wie gerade geschehen im Bundesrat, der die tierquälerische Kastenstandhaltung für Muttersauen auf Jahre hin weiter erlaubt. Industrielle Massentierhaltung nimmt auf das Wohl der Tiere keine Rücksicht. Das massenhafte Töten von männlichen Küken, die für die industrialisierte Eierproduktion wertlos sind, ist dafür ein weiteres Beispiel. Ethische Ansprüche und moralisches Handeln gegenüber Tieren bleiben auf der Strecke.

Es braucht ein grundsätzliches Umdenken für unser politisches, gesellschaftliches, wirtschaftliches und landwirtschaftliches Handeln. Persönlich können wir sofort damit beginnen, indem wir weniger Fleisch oder gar kein Fleisch mehr essen, indem wir Produkte aus der Massentierhaltung nicht mehr kaufen, indem wir Firmen boykottieren, die tierquälerisch handeln.

Bei den Protestdemonstrationen gegen die Zustände im Fleisch verarbeitenden Tönnies-Werk im westfälischen Rheda-Wiedenbrück in der vergangenen Woche war auf einem Transparent die folgende Aufschrift zu lesen: „Wenn Tiere sprechen könnten, würden Menschen weinen.“