Impuls für den 29. Juni 2020

 

Impuls für den 29. Juni 2020

Manchmal stimmen Jubiläen nachdenklich und machen traurig oder auch wütend. So plakatiert die zivile Seenotrettungsinitiative Sea-Watch e. V. zurzeit: „5 Jahre Sea-Watch. Kein Grund zum Feiern.“ Seit 2015 retten engagierte Mitglieder von Sea-Watch e.V. Flüchtende im Mittelmeer aus Seenot. Weil die europäischen Staaten und die europäischen Institutionen ihrer humanitären Verantwortung nicht nachkommen, ist dieses zivile Engagement nötig und wichtig. Doch leider gibt es immer wieder von staatlichen Stellen in Europa Versuche, dieses humanitäre Engagement zu kriminalisieren. Nächstenliebe und solidarisches Engagement werden unter Strafandrohung gestellt. Heute ist es nicht anders als zur Zeit Jesu. Wer Anderen, wer Fremden hilft, macht sich verdächtig.

Wo staatliche Hilfe und Verantwortungswahrnehmung durch europäische Institutionen nötig wären, erfolgen Abschottung und inhumane staatliche Reaktionen. Dieser moralische Bankrott der europäischen Wertegemeinschaft macht traurig und auch wütend. Es bleibt weiterhin wichtig, bei den europäischen Staaten und Institutionen die Wahrnehmung ihrer humanitären Verantwortung einzufordern. Aber im Moment ist das zivile humanitäre Engagement unverzichtbar. Unsere Spenden und unsere Hilfe sind wichtig für Menschen in Not.