Geistliche Angebote

 

Impuls für den 23. Juni 2020

Der Sommer steht vor der Tür und mit ihm die große Verheißung: Pause, Durchatmen und Erholung! Die Zeugnisse sind verteilt, die Urlaube lange geplant und plötzlich die große Frage: Wohin?

Alle fahren an die Ost- oder Nordsee... So sagt man. Alles andere trauen sich viele nicht dank der unsichtbaren Verunsicherung, die uns seit Anfang des Jahres umtreibt. Alle Menschen mit Garten, Haus oder Ferienobjekt werden sehr beneidet. Welche Rückzugsorte haben wir eigentlich? Was brauchen wir wirklich? Wo bekommen wir etwas Abstand von unseren Alltagsgeschäftigkeiten? Vielleicht ist die Frage gar nicht so sehr wo, sondern eher eine Frage des Wie? Wie gelingt es mir nämlich, Abstand von mir selbst zu bekommen? Abstand zum Durchatmen, Abstand zum Abschalten, Abstand, um manche Prioritäten zu ordnen ... Abstand also,  um wieder ganz ich selbst sein zu können und nicht nur ein menschliches Bündel aus Rollen, Pflichten und Aufgaben.

Denn neben allem, was wir sonst so in unserem Alltag bewältigen, dürfen wir nicht vergessen, dass auch wir selbst uns Aufgabe sind.

Der Urlaub kann und muss also kommen! Wir haben ihn nötig! In und bei allem!

Pastorin Maria Gutjahr

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Impuls für den 22. Juni 2020

Gott,
bewahre mich vor dem naiven Glauben, es müsste im Leben alles glatt gehen.
Schenke mir die nüchterne Erkenntnis, dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind, wodurch wir wachsen und reifen.
Halte mich fest, wenn ich versucht bin, verbittert zu werden.

Communität Casteller Ring

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Impuls für den 20. Juni 2020

Der Blick nach oben ist zugleich ein Blick nach unten.

Ich fühle mich angesehen! Von dir. Dir schaue ich zu! Auch wenn der Himmel mich blendet.

Der Blick nach oben ist manchmal wie ein Seufzen ... So offen und frei könnte es sein. »Könnte«, muss ich sagen. Leider!

Da zieht sich was zu. Das weiße Federkleid überdeckt das große runde Warme.

Was siehst du eigentlich? Einen Vogel, der durch die Luft fliegt?

Siehst du mich?

Pastorin Maria Gutjahr

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Impuls für den 19. Juni 2020

Das "Moral-o-mat", ein Sätze-Zufallsgenerator auf meinem Schreibtisch, hat vor drei Tagen mir diesen Spruch präsentiert: "Hoffnung ist in gewisser Hinsicht immer Gabe und Aufgabe zugleich."
Hoffnung ist ein Geschenk, das empfinde ich schon lange so. Aber Hoffnung als Aufgabe? Ich denke und denke darüber nach, langsam kann ich auch diesem Teil des Satzes etwas abgewinnen. Das ist der Ansporn, weiter zu hoffen, auch und gerade wenn alles um mich herum hoffnungslos erscheint. Hoffen gegen jegliche Beweislage. Hoffen als tägliche Übung, wie Yoga am Morgen. Ob es mir gelingt? Gott, ich brauche deine Hilfe!

Pastorin Rossella Casonato

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Impuls für den 18. Juni 2020

Glücklich ist,

wer sein Glück

mit anderen teilt.

 

Glücklich ist,

wer einen Menschen kennt,

von dem er sagen kann:

Ich bin froh,

dass es dich gibt!

 

Glücklich ist,

wer daran glaubt,

dass es nie im Leben

zu spät ist,

neu zu beginnen…

 

(Adalbert L. Balling)

 

Pastor Michael Babiel

 

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Impuls für den 17. Juni 2020

Da braut sich was zusammen.

Menschen gehen auf die Straße, demonstrieren, flehen und hoffen, auf eine Welt, die ein wenig besser wird.

Auf eine Welt, die zwischen Menschen keine Unterschiede macht.

Auf Menschen, die zwischen Menschen keine Unterschiede machen.

Die Stimmung wird gereizter. Beängstigender.

Wohin soll das alles noch führen?

Menschen wird die Luft zum Atmen genommen.

Ich kann grad nicht anders – als stumm zu sein.

Oder sprachlos.

Die Worte bleiben mir im Halse stecken.

Was ist nur los mit Dir?

Mensch?

Mensch!

 

Pastorin Maria Gutjahr

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Impuls für den 16. Juni 2020

»Der eine sieht nur Bäume – Probleme dicht an dicht.

Der andre auch Zwischenräume –  und das Licht.«

[E. Matani]

 

Pastorin Maria Gutjahr

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Impuls für den 15. Juni 2020

Du stehst hier. Bei Wind und Wetter. Zu jeder Tageszeit. Ob der Tag beginnt oder die Sonne untergeht. Du stehst da! Aber wer steht da mit dir? Fühlst du dich nicht manchmal auch einsam? Wer will eigentlich noch mit dir stehen und für was stehst du da eigentlich? Wo sind die Stimmen, die für dich einstehen?

Pastorin Maria Gutjahr

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Impuls für den 13. Juni 2020

Du hast mich geträumt, Gott,
wie ich den aufrechten Gang übe
und niederknien lerne,
schöner als ich jetzt bin,
glücklicher als ich mich traue,
freier als bei uns erlaubt.

Höre nicht auf
mich zu träumen, Gott.
Ich will nicht aufhören,
mich zu erinnern,
dass ich dein Baum bin,
gepflanzt an den
Wasserbächen des Lebens.

Dorothee Sölle

 

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Impuls für den 12. Juni 2020

Echte Begegnung geht eben doch nicht digital

Ich sitze am Tisch eines Restaurants auf dem Gehweg in der Osterstraße.

„Möchten Sie unsere Ausgabe? Die erste wieder, seit langem?“

Ich lächle den freundlichen Hinz&Kunzt-Verkäufer an und sage: „Nein, vielen Dank. Ich habe einfach im Moment keine Zeit zu lesen.“

„Vielleicht ‘ne Spende für ‘nen Kaffee?“

Ich hole eine Münze aus meinem Portemonnaie. »Freigekauft« schießt es durch meinen Kopf.

„Wir haben ja viel digital gemacht. So in Corona-Zeiten. Das wurde auch von vielen Menschen gelesen. Aber jetzt sind wir Verkäufer wieder auf der Straße. Läuft aber echt schlecht an.“

„Hm!?“, sage ich, „Ist ja vielleicht ein Zeichen, dass Ihr auch weiter im Digitalen was macht!?“

„Ja, aber es geht ja darum, dass wir auf der Straße sind. Dass wir in Kontakt kommen!“

 

Was geht digital? Was geht nicht digital?

 

Wenn ich die Hinz&Kunzt-Website runterscrolle bekomme ich Informationen. Die Fotos von der Seite habe ich schon vergessen.

Das Gesicht des Mannes mit der hellblauen Einweg-Maske von heute Mittag und ein Gefühl dazu, die sind noch präsent. Davon kann und will ich mich nicht freikaufen.

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Impuls für den 11. Juni 2020

»Hera fand Gefallen

an der Nymphe Echo

und ihrem Plappermaul

- ließ sie gewähren,

statt zu strafen.

 

So rief Echo,

als Narziß vom

eigenen Bild gebannt

fast ins Wasser fiel,

selbst vorlaut:

Das bist doch du!

 

Er wandte sich um,

und seine Neugier

galt ihr.

 

Keine Narzisse wuchs,

doch beider Rede wurde Schrift.«

[Dagmar Leupold, »Narziss und EchoI«]

 

Pastorin Maria Gutjahr

 

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Impuls für den 10. Juni 2020

Am letzten Sonntag standen wir bei einem Abendgottesdienst hinter der Christuskirche vor einer bunten Blumenwiese, vor Wildem Senf und Wegrauke, vor Kornblume und Klatschmohn, Margerite und Ochsenzunge. Diese sonnenbeschiene Fläche ist zu einem Lebensort für viele Insekten geworden. Und zu einer Augenweide. Zu verdanken haben wir dies vor allem der Initiative „Buntes Band Eimsbüttel“.

Wir haben uns erinnert an die Worte Jesu von den „Lilien auf dem Feld“. Jesus verstand die Sprache der Blumen so wie er die Kinder verstand und all die, die nicht viel zu melden haben in dieser Welt. „Schaut die Lilien auf dem Feld an. Sie säen nicht, sie ernten nicht und unser himmlischer Vater versorgt sie doch.“

Mit seinen Worten bezweifelt Jesus überhaupt nicht, dass wir Sorgen haben. Er ist den Menschen ja nachgegangen, hat sie gefragt: Was brauchst du? Was soll ich für dich tun? Jesus zeigt uns die Blumen und erinnert uns daran, dass diese - wie alle Mitgeschöpfe - aus Gottes Güte leben. Gott sorgt für sie und dann erst recht auch für uns. Wir dürfen uns deshalb ein paar Sorgen weniger machen.

Immer wieder begegnen wir Menschen, die nun allen Grund haben, sich zu sorgen. Im Moment denke ich da vor allem an die, die unter der Coronapandemie am meisten zu leiden haben: Geflüchtete und Obdachlose, plötzlich arbeitslos Gewordene, Kinder, denen es an Ansprache und Fürsorge fehlt. Gott will auch für sie sorgen, und dazu braucht er unsere Hilfe. Menschen haben Angst, Menschen brauchen zu Essen und zu Trinken, ein Dach über dem Kopf, eine Arbeit und Chancen für ihre Kinder. Und da braucht es unser Tun, damit Gott durch uns für diese Menschen sorgen kann.

Ich weiß, unsere Möglichkeiten sind begrenzt. Aber das ist kein Grund, nicht da anzufangen, wo wir etwas tun können. Und dann sind wir ganz nah bei Jesus, der möchte, dass wir unser Herz berühren lassen. Dann werden die eigenen Sorgen auf das richtige Maß zurückgeführt. Es geht im Leben ja nicht nur um mich, es gibt auch die rechts und links von mir, die mich brauchen. Und ihre Sorgen werden kleiner durch mich. Und mir wird jemand anders helfen. Ein Nachbar, ein Engel, Gott oder eben der Anblick einer wunderbaren Blütenwiese wie jene bei der Christuskirche.

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Impuls für den 9. Juni 2020

Der erste Gottesdienstbesuch nach Monaten, er stand mir bevor. Zumal ich zu denjenigen gehörte, die noch länger mit dem Neustart gewartet hätte.
Der erste Gottesdienstbesuch nach Monaten: es war seltsam und schön zugleich. Der vertraute Raum, die Farben der Fenstern, der Klang der Orgel, all das unverändert. Freundliches Nicken zu den anderen Besucher*innen, Augenkontakt über die Maske hinweg. Worte, die Mut machen und trösten. Ich habe mich wohler gefühlt als erwartet. Ich fühlte mich willkommen, mit all meinen widersprüchlichen Gefühlen, Bedenken und Fragen. Und ich fühlte mich auf besondere Weise mit den anderen "Maskierten" verbunden.
#ihrseidwillkommen

Pastorin Rossella Casonato

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Impuls für den 8. Juni 2020

„Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus!“ (Jesaja 58, 7)

Die Menschen, die sozial sowieso schon in einer prekären Situation leben, sind von der Corona-Pandemie mit am stärksten betroffen und gefährdet. Dazu gehören auch die Geflüchteten in den überfüllten Flüchtlingslagern am Rande Europas. Die ohnehin schon unwürdige Lebenssituation wird durch die Corona-Krise noch verschärft, weil in den beengten Wohnverhältnissen die mögliche Ansteckungsgefahr noch erhöht ist.

Europas Solidarität mit bedrohten und verfolgten Menschen endet an den Außengrenzen Europas. Nicht erwünscht. Wir haben genug mit den eigenen Problemen zu tun. Menschlichkeit und Nächstenliebe gelten nicht für alle. Auch die innereuropäische Solidarität zwischen den Staaten, die helfen wollen und denen, die nicht helfen wollen, findet hier ihre Grenze. Abschotten ist bei vielen angesagt. Die europäische Wertegemeinschaft erleidet Schiffbruch. Das Haus Europa ist nicht offen.

Wie gut, dass es biblische Texte gibt wie beim Propheten Jesaja, die unser Handeln infrage stellen und uns daran erinnern, dass die Solidarität Gottes allen Menschen gilt. Wie gut, dass es Menschen gibt, die sich in ihrem Denken und Handeln daran orientieren und sich dafür einsetzen, dass die Geflüchteten menschenwürdig behandelt werden.

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Impuls für den 6. Juni 2020

Christus hat keine Hände, nur unsere Hände, um Brot zu teilen und Menschen zu segnen. Er hat keine Füße, nur unsere Füße, um Menschen auf den Weg der Gerechtigkeit und des Friedens zu führen. Christus hat keine Lippen, nur unsere Lippen, um in Menschen neue Hoffnung zu wecken. Er hat keine Hilfe, nur unsere Hilfe, um heilend und tröstend an der Seite anderer Menschen zu sein.

(Nach einem mittelalterlichen Gebet)

Christus hat keinen Körper - außer Deinem. Keine Hände, keine Füße auf der Erde - außer Deinen. Es sind deine Augen, mit denen er sieht - er leidet mit dieser Welt. Es sind deine Füße, mit denen er geht, um Gutes zu tun. Es sind deine Hände, mit denen er die Welt segnet. Christus hat jetzt keinen Körper auf der Erde - außer Deinem.

Teresa von Avila (1515–1582)

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Impuls für den 4. Juni 2020

Mal ‘ne Runde durchlüften!

Die Stimmung ist angeheizt.

Die Luft vibriert.

Schimpfworte, stampfende Füße, wütende Blicke und zornige Gesten schießen durch den Raum und treffen ins Herz.

„So, Ihr Lieben, anzieh‘n und ‘ne Runde durchlüften!“

Das wirkt Wunder. Erfahrungswert.

Bis 14 Jahre lässt sich kind das vielleicht noch sagen. Ab und an.

Häufiger würd‘ ich das gern mir selbst sagen.

Manchmal würd‘ ich das gern in Erwachsenenrunden vorschlagen.

Immer öfter durchzuckt es meine Finger, um es Abwertungskommentaren in sozialen Netzwerken einzuschreiben.

So sehr wünsche ich es mir für unsere Gesellschaft.

Und ich höre nicht auf zu hoffen, dass sich Kirche daran erinnert:

Heilige Geistkraft! Bitte mal ‘ne Runde durchlüften!

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Impuls für den 3. Juni 2020

Manchmal ist es gut, in all dem Stimmengewirr sich zu fragen: Worauf sollen wir hören? Was ist wahr? Was zählt?... Dazu ein schöner Text von Lothar Zenetti:

Worauf sollen wir hören, sag uns worauf?

So viele Geräusche –

                welches ist wichtig?

                So viele Beweise –

                               welcher ist richtig?

                So viele Reden –

                               ein Wort ist wahr

 

Wohin sollen wir gehen, sag uns wohin?

                So viele Termine –

                               welcher ist wichtig?

                So viele Parolen –

                               welche ist richtig?

                So viele Straßen –

                               ein Weg ist wahr.

 

Wofür sollen wir leben, sag uns wofür?

                So viele Gedanken –

                               welcher ist wichtig?

                So viele Programme –

                               welches ist richtig?

                So viele Fragen –

                               die Liebe zählt.

 

               

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Impuls für den 2. Juni 2020

Am vergangenen Montag tötete der weiße Polizist Derek Chauvin bei einem Einsatz in Minneapolis/USA den Schwarzen George Floyd, indem er sich minutenlang auf dessen Hals kniete, völlig unbeeindruckt von den Hilferufen seines Opfers. „Ich kann nicht atmen“ („I can not breathe“) rief Floyd mehrmals. Der weiße Polizist drückte seinem schwarzen Opfer auch dann noch die Luft ab, als dieser schon bewusstlos war. In den USA hat dieser Vorfall massive Proteste ausgelöst. Denn es ist zum wiederholten Mal ein Ausdruck von brutaler rassistischer Gewalt weißer Polizisten gegen schwarze US-Bürger.

Dieser Vorfall ist zu einem Symbol geworden für die Folgen von Gewalt und Unterdrückung gegen andere Menschen. Wo struktureller Rassismus, Demütigung und strukturelle Gewalt und Unrecht andere Menschen unterdrücken, da wird ihnen die Luft zum Atmen genommen. Da bleibt ihnen im wörtlichen und übertragenen Sinne die Luft weg, die sie zum Leben brauchen.

Pfingsten mit seiner Erzählung vom Wirken des göttlichen Geistes, ist ein kräftiger Einspruch gegen alle Lebensverhältnisse, in denen den Menschen die Luft zum Atmen genommen wird. Die Heilige Geistkraft ist lebensschaffender Hauch oder Odem Gottes, der uns Menschen in ein menschenwürdiges Leben ruft, oder dieses zumindest verheißt. Für uns heißt das: Richtet euer Leben daran aus, dass allen Menschen die Luft zum Atmen gegeben ist und zusteht. Darum auch haben manche Menschen bei den Protesten gegen diese brutale Gewalttat Transparente getragen mit der Aufschrift: Kein Frieden ohne Gerechtigkeit.

In einem Lied heißt es: „Gott gab uns Atem, damit wir leben, er gab uns Augen, dass wir uns sehn. … Gott gab uns Ohren, damit wir hören. Er gab uns Worte, dass wir verstehn.“ Wie gut, dass wir das Pfingstfest feiern. Denn der lebensschaffende Geist Gottes kann uns die Augen und Ohren öffnen, damit wir uns berühren lassen vom Unrecht, das anderen Menschen geschieht und damit wir uns dafür einsetzen, dass es anders wird, damit Frieden, Menschlichkeit und Gerechtigkeit eine Chance bekommen in dieser Welt.

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Impuls für den 30. Mai 2020

"Liebe, heilige Geistkraft.
Du bist meine Pippi Langstrumpf.
Wenn ich verzagt bin,
allzu angepasst,
mich klein fühle,
besuchst du meine Annika-Seiten.
Liebe, heilige Geistkraft.
Nachbarin aus Villa Kunterbunt.
Du lockst mich in eine andere Welt.
Du bist die Stimme, die mich ermutigt,
meine Stimme zu nutzen.
Die mich auffordert, beherzt zu sein.
Die mich mitreißt, die Welt zu verändern,
zu beschenken und neu zu sehen.
...
Du bist so frei. So autark. Überhaupt nicht käuflich.
Du wehst immer noch, wo du willst.
Du beschenkst mich mit den kühnsten Träumen und mit dem Mut, sie zu verwirklichen."
(Christina Bruderek, Worte meines Herzens, Gebete für Frauen)

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Impuls für den 29. Mai 2020

Pfingsten nähert sich, das Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes. Eine seinerzeit kleine Gemeinschaft empfängt den Geist, Pfingsten wird zur Geburtsstunde der Kirche in ihrer Gestalt als Gemeinde. Und diese Gemeinde fühlt im Wirken dieses Geistes Gottes Leidenschaft für die Welt noch einmal ganz neu, sie spürt Gottes tröstende, bestärkende und auch fordernde Kraft – seitdem vertraut sie darauf, in dieser Kraft gegründet zu sein und zu bleiben.

Das hat in der Kirche immer auch die Neigung hervorgebracht, diesen Geist zu zügeln, ihn einzufangen in vertraute Formeln und Formen, ihn zu „besitzen“. Das geht aber nicht. Denn der Geist Gottes weht, wo er will, auch über die Zäune unserer Traditionen hinweg. Das sagt selbst die Bibel. Dieser Geist bläst Alteigenes weg und weht Neues herbei. Leben in diesem Wind bedeutet steter Austausch, schafft Lebendigkeit und weicht gewohnte Grenzen auf. Auch zwischen Religionen und Weltanschauungen. Denn auch woanders kann doch so manches inspirieren…

Manches Neue und Ungewohnte entdecken wir ja in diesen Zeiten - Videokonferenzen und (in der Gemeinde) auch -andachten, überhaupt verstärkte Präsenz in sozialen Medien. Und sind erstaunt, dass geistliches Leben, Leben „im“ und „mit“ dem Geist, der tröstet, bestärkt und fordert, auch auf diese Weise möglich ist. Wir berühren einander anders, aber bleiben ja nicht unberührt.

Die Folgen dieser Entdeckung sind noch nicht absehbar, aber hier und da wird nicht nach einem einfachen „zurück“ zu Vor-Corona-Verhältnissen gerufen, sondern gefragt, was gut und sinnvoll ist für ein Leben nach der Pandemie. Da wird der eine oder die andere Althergebrachtes in unseren Umgangsformen, in unserem gottesdienstlichen Feiern kritischer sehen – und den neuen Formaten unseres Miteinanders, unseres Begegnens und Feierns eine bleibende Chance geben wollen.

Gut so, auch wenn alles jetzt Ausprobierte selbst auch kritisch hinterfragt werden muss. Wir erleben eine Zeit des Experimentierens, jede/r in seiner/ihrer Lebenswirklichkeit, aber auch in der Gemeinde, die ihre manchmal engen Kreise öffnet, neue Formen entdeckt und frischen Wind reinlässt – einen Geist, der kräftigt, trotz dieser Zeiten, in diesen Zeiten und in der Zukunft.

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Impuls für den 28. Mai 2020

Leere Kirche, voller Glaube?

Menschen haben für vieles Pläne. Eigentlich für alles, vor allem aber für Krisenzeiten. Ob sich irgendjemand in den letzten Jahrzehnten wirklich realistisch ausmalen konnte, dass Sonntagsgottesdienste in Deutschland wochenlang würden ausfallen müssen? Ich jedenfalls nicht. Es ist also nicht verwunderlich, dass sich zunächst eine gewisse theologische Unruhe breitmachte, da Gottesdienste ohnehin schon mit sinkenden Besucherzahlen zu kämpfen hatten und jetzt also auch noch der Totalausfall, das vorläufige Ende des Wochenhöhepunktes christlichen Lebens. Gibt es eigentlich Kirche ohne Gottesdienst? Oder ist Gottesdienst mehr oder gar etwas anderes als das, was es in Kirche gibt?

»KIRCHE LEER UND DOCH ALLE DRIN« stand in bunten mit Kreide geschriebenen Großbuchstaben auf dem Boden vor der Christuskirche. Vermutlich ist das das kürzeste Glaubensbekenntnis der Welt und es wendet spielerisch die Verzweiflung, die so viele fühlen zu einem DOCH und zu einem Immer-in-Gemeinschaft-sein, das über alle physische Präsenz hinausgeht. Es steckt etwas von Leib und Blut Christi in diesen bunten Kreidespuren, die meine Augen wie ein Abendmahl genießen, hier, jetzt, im Vorübergehen.

Vielleicht war die Kirche unvorbereitet, vielleicht ist manches allzu sehr improvisiert und anderes nicht ambitioniert genug, es zeigt sich aber, dass im Schatten der herkömmlichen Sonntagsgottesdienste ein digitales Herz schlägt, das auf seine Weise in der Lage ist, einen Gottesdienst zu bescheren. Leere Kirche und trotzdem voller Glaube: Möchte man eigentlich den klassischen Sonntagsgottesdienst alternativlos wiederhaben?

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Impuls für den 26. Mai 2020

Ein italienischer Freund schreibt auf seiner Facebook-Seite:
"Ich trage einen Mund-Nasen-Schutz und halte Abstand von dir. Ich möchte, dass du weißt: ich respektiere dich und da ich infiziert, aber ohne Symptome sein könnte, möchte ich dich nicht anstecken. Nein, ich lebe nicht in Angst, ich möchte lediglich Teil der Lösung und nicht Teil des Problems sein. Ich fühle mich nicht von der Regierung kontrolliert, sondern wie ein erwachsener Mensch, der seinen Beitrag zu einer besseren Gesellschaft leistet.
Den Mund-Nasen-Schutz tragen und Abstand zu halten, beides macht mich nicht zu einem Feigling, schon gar nicht zu einem "Fremdgesteuerten". Ganz im Gegenteil. Dadurch zeige ich, dass ich mir Gedanken mache und mit Respekt handle. Stell dir vor, ein dir sehr naher Mensch infiziert sich und erkrankt schwer... Du hast die Wahl".

Pastorin Rossella Casonato

 

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Impuls für den 25. Mai 2020

Die vergangenen Wochen haben es deutlich gezeigt: Die Corona-Krise deckt Missstände und soziale Ungleichheiten auf, die es vorher schon gab, die aber jetzt zugespitzt zu Tage treten. Um einige Beispiele zu nennen: Etwa in der Fleisch verarbeitenden Industrie. Durch die hohen Ansteckungsquoten in mehreren Schlachthöfen zeigt sich, unter welchen unwürdigen Wohnbedingungen die dort tätigen Mitarbeiter aus Osteuropa oftmals leben müssen. Auch die schwierigen Arbeitsbedingungen und die zu geringe Bezahlung der in der Pflege Tätigen wurde deutlich. Und ebenso die menschenunwürdigen Lebensbedingungen der Menschen in den Flüchtlingslagern. Die Corona-Krise wirft dringliche Fragen nach gerechten Lebensverhältnissen auf. Diese Fragen werden uns begleiten auch über die augenblickliche Situation hinaus. Und diesen Fragen müssen wir uns stellen und Veränderungen herbeiführen, wenn Solidarität und Nächstenliebe nicht bloße Worte bleiben sollen.

Pastor Helmut Kirst

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Impuls für den 23. Mai 2020

Viele Jahre krank sein, keine Heilung in Sicht, und dann die Hoffnung nicht zu verlieren: wie geht das?
In der Bibel wird von einer Frau erzählt, die 12 Jahre an chronischen Blutungen litt. Nichts und niemand hatte ihr helfen können. Eines Tages hört sie von Jesus. Sofort weiß sie: Er wird ihr Leben verändern. "Wenn ich nur seine Kleider berühren könnte, so würde ich gesund." Und so geschieht es. 12 Jahre Krankheit haben die Frau nicht völlig resignieren lassen. Sie hat sich die Zuversicht bewahrt, ein Wunder erleben zu können. Eine solche Zuversicht wünsche ich mir und uns.
"Nicht müde werden
sondern dem Wunder
leise
wie einem Vogel
die Hand hin halten.
(Hilde Domin)

Pastorin Rossella Casonato

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Impuls für den 22. Mai 2020

Nie hab' ich Dich gesucht.

 

Stets warst Du hinter mir her,

 

Verführerin Gott,

 

die mir den Kopf verdreht,

 

die leise singt in mir

 

wie leuchtende Finsternis,

 

die mich oft auch zurechtweist,

 

bald traurig, bald lächelnd:

 

eine strenge Geliebte,

 

eine maßlos Liebende.

(Kurt Marti)

Pastor Michael Babiel

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Ein Impuls für Himmelfahrt

Am Himmelfahrtstag gibt es den "Gottesdienst in Tüten". An

einer Wäscheleine flattern vor beiden Kirchen Texte, Lieder und Gebete

im Wind. Lassen Sie sich einstimmen und stärken vom Himmelsblick. Vor

der Apostelkirche und der Christuskirche treffen Sie von ca. 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr Pastor*innen und Kirchengemeinderatsmitglieder.

Unter diesem Link gibt es ab 10.00 Uhr Musik für Sie zur Himmelfahrt:
https://youtu.be/k-vtjB72xNY

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Impuls für den 21. Mai 2020

»Die fernen Sternbilder stiegen am Himmel auf, und vermöge der Geduld meines untätigen, beinahe gelähmten Blickes, folgte ich ihnen, so langsam sie auch waren. Ich zerschlug die Fensterscheibe, riss mir die Hände auf, das Blut rann Tropfen für Tropfen durch diese Risswunde in den Himmel. Mir schien, dass meine Augen sich endlich geschlossen hatten. Sie brannten, ich sah nichts; sie zehrten mich auf, und diese Verbrennung gab mir das Glück wieder, blind zu sein. Der Tod, dachte ich. Doch dann geschah das Schlimmste. Am Grunde meiner sichtlosen Augen öffnete sich wieder der Himmel, der alles sah, und der Schwindel von Rauch und Tränen, der sie verdunkelte, erhob sich ins Unendliche, wo er sich in Licht und in Ruhm zerstreute. Ich begann zu stammeln.« [Maurice Blanchot, Das letzte Wort]

Pastorin Maria Gutjahr

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Impuls für den 20. Mai 2020

Ein Kleinod - ganz schlicht. Über das, was ich brauche. Zu aller Zeit, auch in dieser seltsamen. Von Kurt Marti:

Was ich brauche

Brauche ich Gott?

Ich brauche Menschen,

deren Mut

den meinen weckt.

 

Ich brauche Menschen,

deren Mut mir zuruft,

dass Gott mich braucht.

 

Auch mich.

Pastor Michael Babiel

 

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Impuls für den 19. Mai 2020

Ich sprach zum Baum:

erzähl mir von Gott.

Und er blühte.

 

(Rabindranath Tagore, 1861-1941, bengalischer Dichter, Philosoph, Maler und Musiker)

Pastor Helmut Kirst

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Impuls für den 18. Mai 2020

Es ist wieder mal eine sonderbare Zeit. Zum einen werden immer mehr Lockdown-Maßnahmen gelockert. Zum anderen verschärfen sich die Töne derjenigen, die gegen die Corona bedingten Einschränkungen sind. Es gibt Momente, da habe ich das Ganze satt. Aber es nützt ja nichts, auch so etwas gehört zu einer gut funktionierenden Demokratie dazu. Sehr hilfreich dabei finde ich einen Satz vom Autor und Managementberater Dr. Reinhard Sprenger: "Hören Sie auf, Problemgeschichten zu erzählen. Erzählen Sie Lösungsgeschichten."
Das nehme ich mir für diese Woche vor.

Pastorin Rossella Casonato

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Impuls für den 16. Mai 2020

Ich lasse los

In den Forderungen meines Alltags — lasse ich los.

In den Zeiten meiner Verunsicherung — lasse ich los.

In die Planlosigkeit meiner Zukunft — lasse ich los. 

 

Ich lasse los — in der Freude meiner Geschäftigkeit.

Ich lasse los — in die Leere meiner Ahnungslosigkeit.

Ich lasse los — in der Sprachlosigkeit meines Betens.

 

In deiner Güte lasse ich los und trage mein Los gelassen.

Pastorin Maria Gutjahr

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Impuls für den 15. Mai 2020

Gott, wache über uns und unser Leben.

Halte schützend deine Hand über uns.

Und gib uns Frieden für unsere unruhigen Herzen.

Wache über uns und unsere Gedanken, damit uns die Angst nicht lähmt.

Wache über unseren Glauben an deine Güte, damit wir das Vertrauen zu dir nicht verlieren.

Wache über unseren Lebensmut, damit wir uns nicht selbst aufgeben.

Stärke Hoffnung und Zuversicht in uns und lass uns den Reichtum erkennen, den du in unser Leben gelegt hast durch Fülle und Vielfalt.

Pastor Helmut Kirst

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Impuls für den 14. Mai 2020

»Die Krise zersplittert unsere Normalität.« Es ist zurzeit fast unmöglich, Sätzen dieser Art nicht zu begegnen. Vielleicht ist es auch wichtiger, sich zu fragen, ob man ihnen etwas zu entgegnen hat. Krisen sind schlimm genug, die aktuelle zumal. Aber warum werden Krisen einer bestimmten Größenordnung immer in ein fatalistisches Zwielicht getaucht? Reicht es nicht zu sagen, sie »verändern« unsere Normalität? Warum muss sie gleich »zersplittern«? Dem Wort nach sind Krisen zunächst einfach nur Wendepunkte. Also »Wendepunkte unserer Normalität«? Das würde ich bedenkenlos unterschreiben. Denn Krisen bringen nicht nur große Verunsicherungen mit sich, sondern eröffnen auch immer die Chance auf etwas Neues. Also nutzen wir doch diese Wendepunkte, um andere Richtungen auszuprobieren. Wie wäre es, bewegten wir uns selbst, also selbst uns, was doch wohl vordergründig das Normalste wäre, in eine andere Richtung.

Pastorin Maria Gutjahr

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Impuls für den 13. Mai 2020

In der vergangenen Woche war ich nach langer Zeit mal wieder in der Hafencity, Sonnenuntergang am Wasser genießen. Es war so gut wie menschenleer auf den Straßen. Um 21 Uhr hat niemand vom Balkon geklatscht. Auch hier in Eimsbüttel ist es weniger geworden mit dem allabendlichen 21-Uhr-Klatschen. Womöglich denken viele, dass die dramatischen, angespannten Wochen nun vorbei sind und das Klatschen für all diejenigen, die durchgehend gearbeitet und das Alltagsleben ermöglicht haben, nicht mehr nötig ist.
Ich finde, das hat mit dem langen Atem zu tun. Wie so vielen, fällt es auch mir manchmal schwer, bei einer Sache, die ich zwar gut und wichtig erachte, lange dabei zu bleiben.
Ich habe mir vorgenommen: Ich klatsche weiter, auch wenn ich die einzige sein soll. Ich denke nach wie vor an Freund*innen und Bekannte, auch an Gemeindemitglieder, die in Krankenhäusern, Kitas, Pflegeheimen und Behörden arbeiten und es nach wie vor mit einem angespannten, sehr herausfordernden Arbeitsalltag zu tun haben. Für Pia, für Martin, für Susanne, für Giovanni und viele anderen klatsche ich weiter! Jeden Abend um 21 Uhr.

Pastorin Rossella Casonato

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Impuls für den 12. Mai 2020

Liebe Menschen in Fern und Nah,

hier ist die Alsterdorfer Ermutigung, die Achte.

Ich weiß ja nicht, was Sie so machen, was Ihr so macht am Abend in diesen besonderen Zeiten. Kino und Biergarten finden ja nicht statt.

Ich gehe jeden Abend um 19 Uhr „Mondsingen“. Heinz gibt den Ton an.

Im richtigen Leben tut er das nicht. Da macht das seine Frau.

Aber seit 7 Wochen, seit wir in der Nachbarschaft jeden Abend “Der Mond ist aufgegangen“ singen, fängt er an.

Im großen Kreis stehen wir um unsere Häuser herum, manche auch auf der Straße. Wir finden es nett, wenn die Autos anhalten und die Fenster runtergekurbelt werden, um zu gucken, was wir da so von uns geben.

Wenn wir die ausgewählten 5 Strophen gesungen haben, klatschen wir Beifall.

Am Anfang für die Pflegekräfte, inzwischen für unsere gelingende Nachbarschaft.

Dann folgt die Frage „Wie geht es Euch?“.

In der ersten Woche lautete die Antwort „gut“, später dann auch mal „nicht ganz so gut“.

Inzwischen erzählt Jutta von den neugeborenen Küken der Enkel und Magda lädt alle zum Geburtstag ein. Christiane wird entschuldigt, sie ist heute unterwegs, die Frau von Guiseppe ist aus dem Krankenhaus zurückgekehrt.

Morgen ist Tai-Chi im Garten von Karin. Und so weiter und so weiter.

Nach 5 Minuten sind wir fertig, manche auch erst nach 10, wenn der Redebedarf besonders groß ist

Und dann gehen alle mit einem „Gute Nacht“.

Für mich ist das kleine Ritual wie ein Gute-Nacht-Kuss von oben.

Eigentlich brauchen wir jeden Abend vor dem Einschlafen und dem Loslassen zum Übergang in die Nacht etwas Beruhigendes.

Bei allem, was man an Ungelöstem in diesen Zeiten so mitnimmt, gehört zu einer guten Nacht ein grundlegender Einklang, ein Einverstanden sein, dass es, wenigstens für heute, so bleiben kann. Jedes noch so kurze Nachtgebet, jedes Gutenachtlied in Kinderzeiten überträgt etwas von dem „Friede tiefer als alle Vernunft.“ 

Lass jetzt los und lass dich tragen vom Urgrund des Lebens.

Auch das macht das Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“ so besonders, dass es dieses Einverständnis nicht nur anklingen lässt, sondern durchmeditiert. Nicht nur der Mond „…ist nur halb zu sehen, und ist doch rund schön“ – sondern im Licht besehen das ganze Leben.

So lassen wir den Tag los und legen ihn mit diesem schönen Lied von Matthias Claudius zurück in Gottes gute Hände. 

Katharina Seiler

Pastor Helmut Kirst

 

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Impuls für den 11. Mai 2020

Fernweh. Die habe ich gelegentlich, auch in dieser Zeit. Diejenigen, die mich kennen, wissen es: Seit einigen Jahren zieht es mich nach Spanien, am liebsten nach Barcelona, Katalonien und ins Baskenland, wo es wunderschöne Sonnenuntergänge gibt.
In diesem Sommer wird das alles nicht möglich sein. Seitdem ich es verinnerlicht habe, fühle ich mich beinah erleichtert und freue mich auf einen Urlaub vor Ort. Obwohl ich seit 30 Jahren in Hamburg lebe, kenne ich noch lange nicht alle Schönheiten und Besonderheiten der Stadt. Von dem Umland ganz zu schweigen. Ich werde genug Ziele für meine Tagesausflüge finden.
"Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann.
Gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann.
Und gib mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden".
(Reinhold Niebuhr)
Eine gute Woche wünscht
Pastorin Rossella Casonato

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Impuls für den 9. Mai 2020

Oft höre ich Menschen fragen: Wie sieht die Welt wohl nach Corona aus?

Ich frage mich das auch.

Zeilen von Rose Ausländer fallen mir ein.

 

Wir treffen uns

hinter der Heimat

im Haus mit

gebrochenem Flügel

 

schenken uns Fremde

einer des andern

Findling

 

(Rose Ausländer, aus: Entfremdung)

Pastorin Nina Schumann

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Impuls für den 8. Mai 2020

  1. Mai 1945. Der Tag der Befreiung von der nazi-faschistischen Herrschaft,
    das Ende des 2. Weltkriegs. 75 Jahre sind seitdem vergangen. Viele Großveranstaltungen waren für diesen Tag geplant. Nun dürfen sie nicht stattfinden, zumindest nicht im großen Kreis. Hier zwei gute und einfache Möglichkeiten, diesen Tag des Gedenkens zu würdigen.
    Die Evangelische Stiftung Alsterdorf gedenkt der während der Zeit des Nationalsozialismus deportierten und ermordeten Menschen mit Behinderung. Insgesamt wurden 630 Bewohnerinnen und Bewohner aus den Alsterdorfer Anstalten in Zwischen- oder Tötungsanstalten abtransportiert, nur 80 haben überlebt.
    NDR.de überträgt um 11 Uhr die Kranzniederlegung an der "Stolperschwelle" im Livestream. Die Stolperschwelle markiert den Abfahrtsort der grauen Busse, die die "Euthanasie"-Opfer abtransportierten.
    Der Sinto Musiker Tornado Rosenberg, dessen Eltern Überlebende des KZs Bergen-Belsen waren, hat einen Appell an uns allen:
    "Jeder kann ein Zeichen setzen egal wo zum 8.5.45* *Tag des Friedens** Mach mit und stelle eine Kerze ins Fenster als Zeichen des Friedens. Dass der Krieg beendet werden konnte. Zum Gedenken an die Menschen die den Krieg 1933-1945 nicht überlebt haben. Als Zeichen der Versöhnung. Stell die Kerze als Zeichen ins Fenster, damit alle sie sehen sollen. 1945 bedeutet 75 Jahre in Frieden zu leben. Lasst uns am 8. Mai 2020 dafür einsetzen. Informiere deine Freunde und Bekannte, denn ohne Frieden kann kein Mensch leben."
    Pastorin Rossella Casonato

 

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Impuls für den 7. Mai 2020

Die ersten 100 Tage Pfarramt sind nun fast vorbei. 100 Tage neu einfinden, einen Platz erkunden, eine neue Stadt erleben und irgendwie ankommen. Aber ist das möglich in dieser Zeit? Wie kann man irgendwo ankommen, wenn gleichzeitig das gesamte soziale Leben zum Erliegen gekommen ist? Irgendwie ist es möglich, geht es doch um 100 Tage im wunderschönen Stadtteil Eimsbüttel. In mir ruft es: auf zu neuen Ufern mit der Sehnsucht nach Ankommen und heimisch werden. In den letzten 100 Tagen habe ich mich mit einigen wenigen Menschen von Ihnen vertraut machen können. Ich denke an den ersten Gottesdienst, den ich hier bei und mit Ihnen gefeiert habe. In dieser ver-rückten Zeit wurden Ideen ins Leben gerufen und umgesetzt. Auf einmal ist es für alle neu. Was sagen wir nach 100 Tagen Corona und Covid-19? Wir sind gemeinsam neue Wege gegangen und schon sind 100 Tage an uns vorübergezogen und ich frage mich, wo ist die Zeit geblieben? Es ist zugleich: schon und erst. So schnell sind die 100 Tage vergangen. So schnell – also schon. Und dann denke ich an meine wunderbare Ordination – reich beschenkt und gesegnet habe ich hier begonnen und ich frage mich, sind wirklich erst 100 Tage vergangen? Es kommt mir wie eine Ewigkeit vor. Es hat sich etwas geändert in diesen 100 Tagen. Ich bin hineingeworfen ins Leben. Der Plan, wie ich mir als Anfängerin meine ersten 100 Tage gestalte, stellte sich schnell als unhaltbar heraus. So ging es natürlich vielen anderen auch, die ihre Pläne ebenfalls über Bord werfen mussten. Was haben mir die letzten 100 Tage gezeigt? Dass wir im Hier und Jetzt leben sollten. Mal kann ich es gut, mal gelingt es mir nicht. Da will ich Pläne schmieden und träumen. Mir eine Zukunft erträumen. Und dann bin ich froh, dass mich da eine anstubst und sagt: Bleib hier und jetzt! Alles andere kommt dann und wann oder eben auch nicht... Ich freue mich auf die nächsten 100 Tage!

Pastorin Maria Gutjahr

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