Geistliche Angebote

 

Impuls für den 8. August 2020

Große Liebe, Sommer

Uns überfüllts. Wir ordnens.

Es zerfällt.

Wir ordnens neu und

zerfallen selbst.

(Rainer Maria Rilke)

 

Überfülle des Sommers: Wärme, Düfte, Licht, Meeresrauschen das alles erfüllt.

Eindrücke, die meine Seele bis an ihren Rand und darüber hinaus füllen.

Schon im Versuche des Ordnens spüre ich die Unfasslichkeit und lasse mich hineinnehmen in den neuen überfüllenden Eindruck.

Eine spirituelle Übung ist das für mich: Annehmen und Bescheiden werden mit den eigenen Konzepten. Mich offen halten für den andauernden Prozess und Fluss des Lebens.

Pastorin Nina Schumann

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Impuls für den 7. August 2020

Die Benediktinerin Sr. Johanna Domek schreibt: „Und nicht, dass wir um Wege wissen, wird uns weiterbringen, sondern dass wir uns auf sie einlassen.“

Die Klimakrise und die Corona-Pandemie haben viele Menschen nachdenklich gemacht. Vielen ist klar geworden, dass wir umdenken müssen, dass Veränderungen in unserer Lebensweise nötig sind. Aber dieser Erkenntnis, dieser Einsicht müssen auch Taten folgen. Worte allein reichen nicht, sondern ein neues und anderes Handeln ist nötig. Oder, wie es Johanna Domek sagt, es reicht nicht aus, die richtigen Wege zu erkennen, wir müssen auch bereit sein, sie zu gehen.

Pastor Helmut Kirst

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Impuls für den 6. August 2020

ICH BIN GANZ OHR

»Ich bin ganz Ohr«, lese ich im Vorbeigehen, während ich mit schnellen Schritten, mein Kind hinter mir her ziehend, auf Eile dränge, weil wir mal wieder viel zu spät sind. Wohin auch immer wir gerade gehen wollten … Es scheint wichtiger zu sein, als mir anzuhören, was mein Kind gerade auf dem Weg Spannendes entdeckt hat. Ganz Ohr zu sein, das klingt gut und ist super wichtig und … ist im Alltag oft gar nicht so leicht.

Ich schaue Nachrichten, sehe eine Explosionswelle und schalte wieder ab, weil ich es kaum ertragen kann, was da momentan auf der Welt so abgeht. Vor meinem inneren Auge sehe ich Menschen, die von gleich auf jetzt alles verloren haben. Womöglich sogar das eigene Leben. Ich erwische mich bei dem Gedanken: »Ist ja weit weg von hier.« Ist das so? Wo sind denn unsere Explosionen im Leben, die alles aus der Verankerung reißen und nichts mehr am rechten Platz lassen?

»Ganz Ohr sein« möchte ich gerne für andere und frage mich zugleich, wer hat denn ein Ohr für mich?

Manchmal ist mir das »ganz Ohr sein« einfach zu viel, weil ich dann gar nichts mehr hören kann — nur noch Rauschen.

 

Ich nehme mir vor, beim nächsten Mal einfach kurz still zu sein, um ganz Ohr sein zu können.

 

| Pastorin Maria Gutjahr

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Impuls für den 5. August 2020

Apfel am Zaun statt Apfel am Baum, denke ich und wundere mich. Ich muss ans Paradies denken. So viele Paradiesgärten, blühend und sich überbelühend habe ich in diesem Sommer gesehen und mich daran gefreut. Toll. Ich denke an Christus. re-opening paradies. Wie deutlich Gott zeigt, dass uns von seiner Liebe nichts trennt. paradies open again. Schon bin ich weitergegangen. Aber über den Apfel am Gartenzaun muss ich immer noch schmunzeln. Rose Ausländer kommt mir in den Sinn:

Teilen

Ich schüttle einen

Apfel vom Traum

Komm lass uns

teilen die Frucht

den Wurm in der Frucht

den Traum lass uns teilen  

Rose Ausländer

Pastorin Frauke Niejahr

 

Foto: Lutz Borck

 

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Impuls für den 4. August 2020

„Unser täglich Wasser gib uns heute“ – Diese Worte, die im Moment an vier Orten in Hamburg auf einem der Poster des internationalen Plakatwettbewerbs „Anfachen Award“ zu sehen sind, erinnern an eine Formulierung aus dem christlichen Vaterunser: „Unser tägliches Brot gib uns heute“. So heißt es in dem Gebet, das Jesus aus Nazareth seinen Nachfolgerinnen und Nachfolgern mit auf den Weg gegeben hat. In dieser Gebetsbitte Jesu schwingt ein kritischer Ton gegenüber der Realität dieser Welt mit: Das, was Menschen wirklich zum Leben brauchen, steht nicht allen zur Verfügung, weil die Güter dieser Welt so ungerecht verteilt sind.

Dieser kritische Grundimpuls Jesu wird in dem aktuellen Poster aufgenommen. Denn auch hier und heute deckt die momentane Corona-Pandemie Missstände und Ungerechtigkeiten auf. Nicht alle Menschen haben in gleicher Weise Zugang zum nötigen Trinkwasser, das sie für sich und ihre Familien brauchen. Diese von Menschen geschaffene Ungerechtigkeit hat dieses Poster mit seinem Text kritisch im Blick. Wir werden aufgerufen, genau hinzusehen, wie die lebensnotwendigen Güter dieser Erde verteilt sind. Und wir werden aufgefordert, uns dafür einzusetzen, dass alle Menschen den gerechten Anteil an dem bekommen, was sie zum Leben brauchen.

Pastor Helmut Kirst

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Impuls für den 1. August 2020

Der Kaffee ist heiß und lecker. Ich blinzel in die Sonne. Wie wach bin ich eigentlich? Bin ich wach für die Schönheiten dieses Tages? Bin ich wach genug, um Gottes Gegenwart zu spüren – um mich herum und in mir? ... Ich recke und strecke mich innerlich und äußerlich. Dann will ich mich mal umsehen!

Pastorin Frauke Niejahr

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Impuls für den 31. Juli 2020

„Die Natur ist kein Objekt, das beherrscht und ausgebeutet werden darf. Sie ist wie ein Leib, der nicht vom Geist getrennt werden kann. Leib und Geist stützen und stärken einander, sie sind eine Einheit. Der Geist ist nicht ehrwürdiger als der Leib, und es ist der Leib, mit dessen Hilfe er das Ziel der Befreiung zu erreichen vermag, indem er die Schöpfung als Ganzes entdeckt und versteht, in ihr wirkt und arbeitet. So verhält es sich auch mit „Gedanke“ und „Leib“ und mit „Wort“ und „Tat“, auch sie müssen zu einer Einheit zusammenwachsen. Die Natur und alle Wesen sind ein untrennbarer Teil unseres Selbst. Und das Ich ist nicht losgelöst von dem, was es umgibt und was es als Objekt missdeutet, das es zu unterwerfen gilt.“

Im Jahr 2011 hat die indonesische Künstlerin und Schriftstellerin Arahmaiani diese grundlegenden Überlegungen veröffentlicht. Im Jahr 2020 ist angesichts der Klimakrise die Dringlichkeit und Brisanz dieser Überlegungen noch offensichtlicher. Die zerstörerischen Folgen menschlichen Einwirkens auf die Natur sind nicht zu übersehen. Eine Umkehr und Veränderung im Denken und Handeln sind nötig. Wir Menschen stehen nicht über der Natur, sondern wir sind Teil der Natur, sind mit allen Lebewesen elementar verbunden. Der Gedanke der „Mitgeschöpflichkeit“ drückt diese Erkenntnis aus, dass die Bewahrung des Lebens allen Lebewesen gilt. Es ist an uns, diese Erkenntnis in konkretes Handeln umzusetzen – nicht erst morgen, sondern heute!

Pastor Helmut Kirst

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Impuls für den 30. Juli 2020

Da stehen sie rum und gucken und meistens malmen die Zähne auf etwas herum. Kauen. Wiederkäuen. Rumstehen. Gesicht in der Sonne. Ich bin frisch zurück aus der Sommerbrise. Da nehme ich mir mal ein Beispiel an dieser Kuh. Öfters mal für einen Moment das Gesicht in die Sonne halten. Auf Dingen herumkauen, abwarten und mich dabei von Gott gut begleiten lassen.

Pastorin Frauke Niejahr

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Impuls für den 29. Juli 2020

Gerhard Schöne, Liedermacher, singt:

„So soll ein Festmahl sein.

Jeder bringt etwas ein.

Jeder nimmt etwas mit.

Ein Törtchen, ein Wörtchen, ein Lied.“

 

Ich denke an Feste:

Jemand hat vorbereitet.

Als wir kommen, riechen wir schon köstliche Gerüche.

Wir bringen etwas Herrliches zu trinken mit,

die Stimmung ist heiter.

Wiedersehen macht Freude.

Fragen kreuzen sich. Schnell hängen Gesprächsfetzen

in der Luft. Stimmengewirr. Gelächter.

 

Später sagt mal Eine, die auch dabei war, zu mir:

Weißt du noch? Beim Fest von...

 

Ein Tisch in einer Landschaft. Weil er vorbereitet ist,

lässt er mich träumen von Festen, die schon waren

und von Festen, die noch kommen werden.

 

„Es werden kommen von Osten und von Westen,

und von Süden, die zu Tische sitzen werden

im Reiche Gottes.“ (Die Bibel: Lukas 13, 29)

 

Pastorin Frauke Niejahr

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Impuls für den 28. Juli 2020

Farben an der Wand

Sommerzeit. Ich schlüpfe barfuß in Sandalen. Ich schlafe unter leichteren Decken. Ich träume leichtfüßiger als sonst. Auch tags. Aus Farben an einer Wand wird eine Landkarte ferner Länder. Mein Blick wird eine Entdeckerin. Aus Augenblicken wird pure Präsenz. Bin ich offener für Gottes Geistesgegenwart in der Welt? Ich bin entspannter und liebevoller mit mir und mit anderen – und ja, vielleicht auch offener für Geistesgegenwart.

Schön, das. Schön, die Sommerzeit.

Pastorin Frauke Niejahr

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Impuls für den 27. Juli 2020

DENKEN HILFT…

… sagt man so …

… nützt aber nichts …

… ist angeblich ein Gegensatz zum Glauben…

… sollte manchmal als Warnsignal durch die Straßen gerufen werden …

… lässt die Welt dennoch nicht besser verstehen …

… aber wie macht man das?…

… sagt der Verstand, aber sagt das Herz das gleiche?…

… für einiges, aber eben doch nicht für alles …

| Pastorin Maria Gutjahr

 

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Impuls für den 25. Juli 2020

Unter dem Corona-Lockdown hat auch das kulturelle Leben massive Einschränkungen erfahren. Kinos, Theater, Museen und Konzertsäle wurden geschlossen. Der Intendant des Deutschen Theaters in Berlin, Ulrich Khuon, äußerte im März, dass von ihrem Selbstverständnis her eigentlich die Theater für eine Unterbrechung des Alltagslebens sorgen, damit den Menschen eine Nachdenklichkeit über ihr Leben und das gesellschaftliche Zusammenleben ermöglicht wird. Und nun gehörten auch die kulturellen Einrichtungen zu denen, die in ihrer Aktivität und Wirksamkeit unterbrochen wurden – wie wir alle.

Vor allem für freiberufliche Künstlerinnen und Künstler war dies eine schwierige Situation, denn Auftritte und damit verbundene Einnahmen brachen plötzlich weg. Und mit viel Kreativität wurden im Lauf der Wochen Online-Formate entwickelt, die künstlerische Gestaltung auch in Corona-Zeiten ermöglichten. Mittlerweile haben die Museen wieder geöffnet, Auto-Kinos wurden geschaffen und Theateraufführungen und musikalische Veranstaltungen im Freien gestaltet.

Vielen ist in den zurückliegenden Corona-Wochen bewusst geworden, wie wichtig freie und vielfältige kulturelle Gestaltungsmöglichkeiten für uns und unser Zusammenleben sind. Wie wichtig es ist, dass wir Menschen nicht nur unter ökonomischen Gesichtspunkten beurteilt und eingeschätzt werden. Leben ist mehr als Konsum und Verzweckung für ökonomische oder ideologische Interessen. Daran erinnern uns kulturelle Lebensäußerungen in all ihrer Vielfältigkeit.

Darum ist das für mich eine ermutigende Botschaft, die jemand in Corona-Zeiten an eine Betonwand geklebt hat:  „culture - is not dead“ – „Die Kultur ist nicht tot.“

Pastor Helmut Kirst

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Impuls für den 24. Juli 2020

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen

Na klar, bin ich auch schon wie „der Ochs vorm Berg gestanden“.

So weit der Weg? Ich lege meinen Kopf in den Nacken. Das scheint nicht machbar. So hoch hinaus? Dann Schritt für Schritt gehe ich den Aufstieg. Die Landschaft verändert sich. Der Blick zurück auch. Kleiner wird alles da unten. Manches wird weniger wichtig. Schritt um Schritt. Mit der Kargheit des Gesteins kommt eine andere Ruhe in den Blick.

 

(Die Bibel, Psalm 121)

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe?

Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat...

 

Pastorin Frauke Niejahr

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Impuls für den 23. Juli 2020

In den Wochen des Corona bedingten Lockdown im März, April und Mai dieses Jahres haben Menschen kleine Botschaften auf dem Vorplatz der Christuskirche in Hamburg-Eimsbüttel hinterlassen. Wir hatten schwarze Kohle und weiße Kreide dort hingelegt, damit sie aufschreiben konnten, was sie bewegt in Corona-Zeiten. „Ich bin wertvoll“, war dort neben Anderem zu lesen. Der Wert des eigenen Lebens wurde vielleicht besonders bewusst in den Zeiten des Lockdown. Und zugleich der Wert der Gemeinschaft mit anderen Menschen. Darum gehört für mich der andere Satz auch dazu: „Du bist wertvoll.“ Ich denke, dies hat uns die Corona-Zeit wieder deutlich gemacht, uns wieder daran erinnert, dass jedes Leben wertvoll ist, jedes Lebewesen! Wenn wir diese Einsicht ernst nehmen, sollten wir dann nicht achtsamer und wertschätzender miteinander leben?! Hass und Abwertung anderer hätten dann keine Chance. „Ich bin wertvoll.“ Und auch: „Du bist wertvoll.“

Pastor Helmut Kirst

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Impuls für den 22. Juli 2020

DER PANTHER

Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe

so müd geworden, dass er nichts mehr hält.

Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe

und hinter tausend Stäben keine Welt.

 

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,

der sich im allerkleinsten Kreise dreht,

ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,

in der betäubt ein großer Wille steht.

 

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille

sich lautlos auf –. Dann geht ein Bild hinein,

geht durch der Glieder angespannte Stille –

und hört im Herzen auf zu sein.

(Rainer Maria Rilke)

 

Pastorin Maria Gutjahr

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Impuls für den 21. Juli 2020

Manchmal frage ich mich, wer oder was hinterlässt eigentlich Spuren in meinem Leben. Spuren, die sich so verfestigen, dass sie nicht mehr abhanden kommen können. Sind es die Eltern? Sind es Begegnungen oder Erfahrungen? Kann es ein Gedanke sein, der mich nie wieder loslässt?

Und welche Spuren hinterlässt Gott eigentlich in meinem Leben? Kann man sie sehen, fühlen, anfassen? Das ist manchmal gar nicht so leicht zu sagen. Und dann blicke ich eher zufällig auf eine Häuserwand und entdecke die Schönheit der Wurzel einer Kletterpflanze, die so sehr verhaftet mit der Fassade ist, dass man gar nicht sagen kann, ob sie nicht vielleicht schon Teil der Fassade geworden ist. So stelle ich mir Gottes Spuren vor. Sie haften an uns, geben Halt und sind nicht immer klar zu erkennen, aber sie sind da. Sie halten zu uns. Sie verschönern uns!

Pastorin Maria Gutjahr

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Impuls für den 20. Juli 2020

"Wer sich nach Licht sehnt, ist nicht lichtlos, denn die Sehnsucht ist schon

Licht." (Bettina von Arnim)

 

Pastorin Maria Gutjahr

 

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Impuls für den 18. Juli 2020

“A house divided against itself cannot stand.”

Abraham Lincoln, 16. Juni 1858

Als evangelisch-lutherischer Christ ist man oft in einer schwierigen Position zu anderen christlichen Kirchen. Als Luther die Reformation begann, wollte er ja die katholische Kirche reformieren, dessen Teil er war. Erst durch die Exkommunikation bildete sich um Luther ein Netzwerk von Unterstützern.

Hätte es den Reformator Calvin nicht gegeben, würde es uns Lutheraner ebenfalls nicht geben. Luther lehnte, genauso ab wie die Katholiken, die Lehren Calvins ab, und die Katholika konzentrierte sich darauf, deren Gläubige aus Europa zu vertreiben. Sie gründeten in der neuen Welt viele Kirchen.

Neben Calvin und Luther gab es den Schweizer Reformator Zwingli und die anglikanische Kirche. Welches Verhältnis nehmen wir Lutheraner heute zu unseren christlichen Brüdern und Schwestern in aller Welt ein? Durch die Augsburger Bekenntnisse von 1530 sind wir im Glauben nicht anders als Katholiken, der Augsburger Frieden von 1555 bestärkte diese Sichtweise der Reformatoren.

Dennoch kam es zum Glaubenskrieg auf deutschem Boden, eigentlich ja ein Stellvertreterkrieg zwischen Frankreich und Schweden, von 1618-1648. Der anschließend verhandelte „westfälische Frieden“ gilt bis heute als die „Mutter aller Friedensverträge“ (Kissinger). Wenn wir uns die vielen Konflikte in der Welt anschauen, sollten wir erinnern, wie wir unseren erfolgreich gelöst haben.

Dennis Gehrmann

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Impuls für den 17. Juli 2020

"Man, sometimes it takes you a long time to sound like yourself": Das

hat die Jazz-Ikone Miles Davis mal gesagt. "Mann, manchmal dauert es

lange, bis du wie du selbst klingst.“ Es geht um das wahre Ich, um

Authentizität. Es geht darum, nicht irgendwelchen Moden und Diktaten von

Außen nachzuhängen. Wie klinge ich wirklich? Das ist eine gute Frage.

Ich kann sie nicht eindeutig beantworten. Mal klinge ich

fröhlich-beschwingt, swing-melodisch, oder sogar reggae-gechillt. Mal

klinge ich düster-deprimiert, ein wenig in Richtung Gustav Mahler. Wann

klinge ich wie ich selbst? Wann bin ich ganz und gar authentisch? Ich

weiß es nicht. Eins glaube ich: Gott hört sich gerne alle meine Klänge an.

 

Pastorin Rossella Casonato

 

 

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Impuls für den 16. Juli 2020

„schaut hin“ ist das Leitwort des 3. Ökumenischen Kirchentags, der-  teils real, teils sicher virtuell - im Mai 2021 in Frankfurt am Main stattfinden wird. Im Markusevangelium steht die Geschichte von der Speisung der Fünftausend. Es wird Abend, Zeit etwas zu essen. Jesu Jünger*innen schlagen vor, alle Menschen, die um sie herum sind, fortzuschicken, damit sie sich etwas zu essen kaufen können. Aber Jesus hat eine andere Idee – oder genauer: eine andere Wahrnehmung. Er fragt: „Wie viele Brote habt ihr? Geht hin und seht nach!“ Das Unerwartete stellt sich heraus: Es ist genug für alle da. Die Brote und Fische mussten aber erst „gesehen“ werden, und sie wurden erst gesehen, nachdem Jesus die Jünger*innen aufgefordert hat, dorthin zu gehen, wo das Essen lag.

Ein aktuelles Beispiel für dieses Hinsehen ist für mich die bundesweite Studie „Corona und Psyche“, die vor wenigen Tagen vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf herausgegeben worden ist. Kinder und Jugendliche und deren Eltern wurden gefragt, welche belastenden Auswirkungen die Pandemie und damit zusammenhängende Einschränkungen haben.

71 % der Kinder und Jugendlichen fühlen sich dadurch belastet, das Risiko für psychische Auffälligkeiten stieg von rund 18 % vor Corona auf 31 %. Ich hoffe, dass bei allen Diskussionen über Maskenpflicht und passende Urlaubsorte die Kinder und Jugendlichen nicht vergessen werden, die – wie diese und andere Ergebnisse der Studie zeigen - in ihrer Entwicklung durch Corona einen Knick erleiden.

Claudia Brand

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Impuls für den 15. Juli 2020

Sommerbrise

Ich freue mich, dass manche Rhythmen weiterlaufen. Da kann ich mich gut orientieren.

Jetzt ist die Sommerferienzeit angebrochen. Urlaube sind genommen. Viele sind weg, andere wissen, wann sie in ihre Auszeit gehen. Sommerbrise! Die Pausenzeit ist da.

Wohin wird ihre Pause sie wohl führen?

Barfuß auf der Buhne setze ich Fuß vor Fuß.

Wellen ziehen unter den Buhnen durch. Erfolgreich abgemildert durch die Buhne. Natürlich sind die Wellen im Meer trotzdem weiter da. Wie Corona denke ich. Hoffentlich bleiben Sie gesund! Bleibe ich gesund! Manche Sachen nimmt man eben immer mit.

Mich selbst nehme ich ja auch mit in die Sommerbrise, wie ich eben bin.  Aus PS 23 kommt mir in den Sinn: Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit gehen hinter mir und ich werde in der Gottesnähe bleiben...

Frauke Niejahr, Pastorin

 

 

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Impuls für den 14. Juli 2020

"Erinnerung an einen Sonntagsspaziergang. Sommerregen und Sommertag, der

Duft der Bäume und die Stimmen der Kinder auf dem Spielplatz. Alles wie

immer. Wie üblich ein interessierter Blick in den Laden, der individuell

gestaltete Fußmatten anbietet. Ich lese: "Handy, Schlüssel,

Portemonnaie... Maske". Vergessen sind Sommerregen und Sommertag. Nichts

ist wie immer. Es sieht nur so aus. Es ist Sommer, Pandemie-Sommer. Und

die Maske gehört zur Zeit wie Handy, Schlüssel, Portemonnaie dazu. Wie

der Sommerregen, der Duft der Bäume und die Stimmen der Kinder auf dem

Spielplatz."

Silke Schütze

 

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Impuls für den 13. Juli 2020

Vor einer Woche hat die Band "Söhne Mannheims" einen neuen Song veröffentlicht mit dem Titel "Moral". Der Text ist eigentlich nicht neu, den hat der Sänger Gastone vor einigen Jahren bereits geschrieben und aufgenommen. Die Musik klingt düster, der Text ist eine Anklage an diejenigen, die eine doppelte Moral vorleben:

"Wir predigen die Liebe und den Frieden Oh, geheiligt soll das Leben hier werden
Doch am Ende ist das alles nur Gerede
Nur Gerede und nichts als Geschwätz"

Es klingt ziemlich viel Wut zwischen den Zeilen, ganz besonders im Refrain:

"Ich geb' ein'n Scheiß auf diese Liebe
Solang da draußen das Geld regiert
Ich geb' ein'n Scheiß auf diesen Frieden
Solang uns draußen der Terror beherrscht
Ich geb' ein'n Scheiß auf die Moral
Und schick' 'nen Gruß an alle Heuchler dieser Welt
Wie gerecht ist dieses Leben?
Der wahre Glaube ist die Gier"

Wut als Protestreaktion: Verständlich. Aber es ist gut, wenn es nicht nur dabei bleibt. Das Bild aus dem Video zum Song stimmt etwas hoffnungsvoller. Vor all dem Grau-in-Grau der Stadt hält ein Mädchen einen rosa Luftballon. Es gibt sie doch: die Hoffnung, dass sich etwas ändern wird. Zum Guten.

Pastorin Rossella Casonato

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Impuls für den 11. Juli 2020

Formen und geformt werden

 

Wir wurden geformt. Wir werden geformt.

Wir formten. Wir formen.

Heute taufe ich nach langer Zeit wieder einmal ein Kind.

Es kommt auf die Welt mit Genen, in denen Formen angelegt sind.

Es kommt in eine Familie, in eine Stadt, in ein Land, in eine Welt, die eine Form hat, die spezifisch sozialisiert ist.

Das Kind wird geformt und schon jetzt, mit seinen fünf Monaten, formt und beeinflusst es selbst andere und anderes.

In diesem Wechselspiel vollzieht sich Leben.

Manches haben wir in der Hand, manchem geben wir eine Form.

Anderes ist unvorhersehbar und überraschend.

Aus beiden Energien und Impulsen formt sich unser ganz eigenes Leben.

 

Die Jugendlichen entfalten gespannt und in stiller Faszination ihre Stoffbündel.

Sie haben gewickelt und geknotet, haben Formen gegeben.

Beim Öffnen zeigt sich, welchen Verlauf die Farbe im Batikeimer genommen hat.

Unvorhersehbar. Überraschend. Und fasziniert liebgewonnen.

Pastorin Nina Schumann

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Impuls für den 10. Juli 2020

Ein weiterer bemerkenswerter Gedanke von dem italienischen Physiker und Schriftsteller Paolo Giordano, den er unter der Überschrift „Die Mathematik der Vorsicht“ ausspricht: Von seinem Vater habe er gelernt, „dass in gewissen Situationen die einzige Form von Mut der Verzicht ist“ (Paolo Giordano, In Zeiten der Ansteckung).

Eine Überlegung, die für Corona-Zeiten gilt, aber auch darüber hinaus Bedeutung hat.

Pastor Helmut Kirst

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Impuls für den 9. Juli 2020

In seinen Überlegungen unter dem Titel „In Zeiten der Ansteckung“ gibt der italienische Physiker Paolo Giordano Denkanstöße zur Erfahrung und zu möglichen Konsequenzen der Corona-Pandemie und ihrer Folgen.

„Ich habe keine Angst zu erkranken? Wovor dann? Vor all dem, was die Ansteckung verändern kann. Davor, zu entdecken, dass das Gerüst der Zivilisation, wie ich sie kenne, ein Kartenhaus ist. Ich habe Angst vor der Vernichtung, aber auch vor ihrem Gegenteil: dass die Angst vorübergeht, ohne eine Veränderung zu hinterlassen.“ (Paolo Giordano, In Zeiten der Ansteckung)

Pastor Helmut Kirst

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Impuls für den 8. Juli 2020

"So wie ich bin, komme ich zu dir", heißt es in einem Lied im Kindergottesdienst. Menschen gehen in den Gottesdienst so, wie sie gerade sind: mit dem Herzen voll von Dankbarkeit, mit einigen Sorgen, mit tiefer Trauer, mit Zweifeln und Fragen, die noch keine Antwort gefunden haben. Seit dem "Neustart" der Gottesdienste bei uns in der Christuskirche kann das alles durch einen Gegenstand zum Ausdruck gebracht werden. Niemand redet, und doch spricht das Gemeinschaftsbild für sich. Kerzen, Blumen, Steine: stille Gebete, vor Gott gebracht. Ein Bild, das mein Inneres jedesmal neu berührt.

Pastorin Rossella Casonato

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Impuls für den 7. Juli 2020

Du Gott der Anfänge, segne uns,

wenn wir deinen Ruf hören,

wenn deine Stimme uns lockt

zu Aufbruch und Neubeginn.

 

Du Gott der Anfänge, behüte uns,

wenn wir loslassen

und Abschied nehmen.

 

Du Gott der Anfänge,

lass dein Gesicht leuchten über uns,

wenn wir im Vertrauen und Zuversicht

einen neuen Schritt wagen.

 

Aus dem alten Irland

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Impuls für den 6. Juli 2020

„Mensch und Tier“ heißt diese Skulptur, die auf dem Foto zu sehen ist. Sie steht im Hamburger Botanischen Garten. Wie ein guter Hirte, wie eine gute Hirtin hat der Mensch seine Arme schützend um das Tier gelegt. Ein anrührendes Bild, aber leider sieht die Realität in unserem Land anders aus. Tierrechte und Tierschutz werden aus ökonomischen Gründen weithin ausgehebelt. Und staatliche Organe ermöglichen dies häufig durch ihre Entscheidungen. Wie gerade geschehen im Bundesrat, der die tierquälerische Kastenstandhaltung für Muttersauen auf Jahre hin weiter erlaubt. Industrielle Massentierhaltung nimmt auf das Wohl der Tiere keine Rücksicht. Das massenhafte Töten von männlichen Küken, die für die industrialisierte Eierproduktion wertlos sind, ist dafür ein weiteres Beispiel. Ethische Ansprüche und moralisches Handeln gegenüber Tieren bleiben auf der Strecke.

Es braucht ein grundsätzliches Umdenken für unser politisches, gesellschaftliches, wirtschaftliches und landwirtschaftliches Handeln. Persönlich können wir sofort damit beginnen, indem wir weniger Fleisch oder gar kein Fleisch mehr essen, indem wir Produkte aus der Massentierhaltung nicht mehr kaufen, indem wir Firmen boykottieren, die tierquälerisch handeln.

Bei den Protestdemonstrationen gegen die Zustände im Fleisch verarbeitenden Tönnies-Werk im westfälischen Rheda-Wiedenbrück in der vergangenen Woche war auf einem Transparent die folgende Aufschrift zu lesen: „Wenn Tiere sprechen könnten, würden Menschen weinen.“

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Impuls für den 4. Juli 2020

Die jüdisch-christliche Spielart von Religiosität verheißt nicht, eine fixe Identität zu stiften.

Sie spricht vielmehr von Gott, der*die mit uns unterwegs ist, sich uns zuwendet, sich in die Welt verwickelt und immer neue Identitäten schenkt.

Nina Schumann, Pastorin

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Impuls für den 3. Juli 2020

Gestern habe ich dieses Schild an einem Restaurantschaufenster gesehen.

Ich habe gedacht: Oh Ja, das Problem kenne ich! Früher sind mir auch

solche Übersetzungsfehler passiert. Denn die romanischen Sprachen kennen

die doppelte Verneinung, die deutsche Sprache hingegen nicht. Und schon

hat man die Verständigungsprobleme auf dem Tisch. Die

Muttersprachler*innen machen sich womöglich über den Fehler lustig; die

Spanisch oder Italienisch Sprechende sind sich keines Fehlers bewusst,

sie haben schließlich wörtlich übersetzt. Meine Mutter pflegt zu sagen,

es wäre doch viel besser, es gäbe eine einzige, überall auf der Welt

verständliche Sprache, dann würden sich die Menschen endlich verstehen.

Ich wäre mir da nicht so sicher. Außerdem finde ich die breite Vielfalt

der Sprachen faszinierend und bereichernd. Aus Urlauben in Ländern,

deren Sprache ich nicht kannte, weiß ich, dass Verständigung auch anders

möglich ist. Das "Sprachwunder von Pfingsten" kann auch heute in unserem

Alltag geschehen. Mit oder ohne doppelte Verneinung.

Pastorin Rossella Casonato

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Impuls für den 2. Juli 2020

Pancakes für alle!

18 Jugendliche aus zwei verschiedenen Kirchengemeinden verbringen zehn Tage miteinander.

Endlich wieder Gemeinschaft!

Das hat gefehlt.

Etwas zaghaft noch die Annährung bei all den Hygienemaßnahmen.

Aber wir werden kreativ, was alles möglich ist:

imaginäre Bälle, die wir uns zuwerfen, um unsere Namen zu lernen;

Würfel-Apps auf den Handys für Brettspiele;

Fußball geht immer, jetzt sogar ohne Fouls

und eine Übernachtung im Kirchraum.

Am Morgen erwachen wir mit dem Licht, das durch die bunten Glasfenster scheint.

Ein kurzer Moment der Verzauberung,

bevor sich alle aus ihren Schlafsäcken schälen und leckere Pancakes zum Frühstück verspeisen.

Nina Schumann, Pastorin

 

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Impuls für den 1. Juli 2020

Ever tried.

Ever failed.

No matter.

Try again.

Fail again.

Fail better.

(Samuel Beckett)

 

Das Unmögliche immer wieder versuchen und schöner Scheitern lernen.

Der lichte, leichte, luftige Sommer ist eine gute Jahreszeit dafür.

Nina Schumann, Pastorin

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Impuls für den 30. Juni 2020

"Haben Sie Ihren Nasen-Mund-Schutz dabei?" "Bitte setzen Sie sich nur auf einen der ausgewiesenen Plätze. Bitte haben Sie dafür Verständnis. Die Ausgänge sind rechts und links vom Altarraum..." Sonntag um Sonntag sind die beiden da, freundlich, besonnen und hilfsbereit. Die Vorsitzende des Kirchengemeinderates Claudia Dreyer und Kirchenvorsteher Christian Hinrichs unterstützen die Küsterin beim Sonntagsgottesdienst. Mit großer Motivation und ehrenamtlich sorgen sie dafür, dass alle Hygienenmaßnahmen eingehalten werden. Liebe Claudia, lieber Christian: wir sagen von Herzen DANKE!

Pastorin Rossella Casonato

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Impuls für den 29. Juni 2020

Manchmal stimmen Jubiläen nachdenklich und machen traurig oder auch wütend. So plakatiert die zivile Seenotrettungsinitiative Sea-Watch e. V. zurzeit: „5 Jahre Sea-Watch. Kein Grund zum Feiern.“ Seit 2015 retten engagierte Mitglieder von Sea-Watch e.V. Flüchtende im Mittelmeer aus Seenot. Weil die europäischen Staaten und die europäischen Institutionen ihrer humanitären Verantwortung nicht nachkommen, ist dieses zivile Engagement nötig und wichtig. Doch leider gibt es immer wieder von staatlichen Stellen in Europa Versuche, dieses humanitäre Engagement zu kriminalisieren. Nächstenliebe und solidarisches Engagement werden unter Strafandrohung gestellt. Heute ist es nicht anders als zur Zeit Jesu. Wer Anderen, wer Fremden hilft, macht sich verdächtig.

Wo staatliche Hilfe und Verantwortungswahrnehmung durch europäische Institutionen nötig wären, erfolgen Abschottung und inhumane staatliche Reaktionen. Dieser moralische Bankrott der europäischen Wertegemeinschaft macht traurig und auch wütend. Es bleibt weiterhin wichtig, bei den europäischen Staaten und Institutionen die Wahrnehmung ihrer humanitären Verantwortung einzufordern. Aber im Moment ist das zivile humanitäre Engagement unverzichtbar. Unsere Spenden und unsere Hilfe sind wichtig für Menschen in Not.

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Impuls für den 27. Juni 2020

Ein befreundetes Paar hatte vor einigen Tagen 30. Hochzeitstag. Ich habe ihnen gratuliert und meine Bewunderung ausgesprochen. Dann habe ich gedacht: Das werde ich wohl selber nicht erleben. So lange bin ich schon geschieden, und ein potenzieller Bräutigam ist weit und breit nicht in Sicht...
Ob mir die Vorstellung Kummer macht? Nein. Denn ich liebe und werde geliebt. Liebe breitet sich aus auch jenseits einer engen Paarbeziehung. Die göttliche Quelle aller Liebe hat es so angelegt, frei und großzügig.
"Love is in the Air".

Pastorin Rossella Casonato

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Impuls für den 26. Juni 2020

Zwei Geraden, die sich kreuzen. Nebeneinander sind es nur zwei beliebige Linien, die nicht zusammenkommen. Aber fällt die eine in die andere, so entsteht etwas Neues. Ein Mehr, eine Zugabe, etwas Unerwartetes. Mögen sich Wege und Blicke, Biografien und Schicksale doch häufiger kreuzen.

Pastorin Maria Gutjahr

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Impuls für den 25. Juni 2020

Kommt ein Vogel geflogen, setzt sich nieder auf meinen Fuß, hat einen Zettel im Schnabel mit einem Gruß: »Sei heute lieb zu dir selbst. Du bist genug, einfach, weil du bist, wie du bist!«

 

Pastorin Maria Gutjahr

 

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Impuls für den 24. Juni 2020

Was ist beten? Sich sprechend vor Gott bringen. Aber auch: Sich schweigend vor Gott bringen. Beides ist wichtig. Da, wo wir sprechen, hört Gott. Und da wo wir schweigen, hören wir. Wenn wir alles uns Bedrängende vor Gott ausgesprochen haben, dürfen wir es gut sein lassen, Gott hat es gehört. Schweigen wir aber, kann auch Gott etwas sagen, und wir können hören… In einem Morgenlied aus dem Gesangbuch heißt es: „Er weckt mich alle Morgen, er weckt mir selbst das Ohr. Gott hält sich nicht verborgen, führt mir den Tag empor, dass ich mit seinem Worte begrüß das neue Licht. Schon an der Dämmrung Pforte ist er mir nah und spricht.“ Ja, Gott weckt uns jeden Morgen und setzt uns instande, schweigend ganz Ohr zu werden, was er uns jeden Tag sagen will.

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